Häufige Fragen

Auf Neudeutsch: FAQ=Frequently Asked Questions = häufig gestellte Fragen

Wir haben festgestellt, daß wir nicht die einzigen Menschen sind, die auf die Idee kommen, Weinbergschnecken zu beobachten. Daraus resultieren einige  häufig gestellte Fragen.

Wir versuchen hier die wichtigsten nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten:

Stehen Weinbergschnecken unter Artenschutz?

Es ist richtig und gut, daß die Weinbergschnecke auf die "Rote Liste" gesetzt wurde, denn es drohte die Gefahr, daß die kommerziellen Schneckensammler ihr rücksichtsloses Geschäft bis zur Ausrottung der Art fortgesetzt hätten. Leider kommt das Gesetz in der Praxis kaum zur Anwendung stattdessen fürchten Tierfreunde zum Straftäter zu werden.

Wenn jemand zwei Schnecken in ein Terrarium setzt, damit seine Kinder den behutsamen Umgang mit ansonsten unbeachteten Tieren lernen, dann ist das praktizierter Artenschutz.

Dagegen sehe ich eine grobe Natur- und Artenschutzverletzung wenn ungezählte Schnecken und andere Tiere durch vollkommen unnötige Mäharbeiten entlang aller Feld- und Waldwege geschnetzelt werden.

Ganz zu schweigen von den unvermeidlichen Dramen, die sich an den Rändern der Autostraßen abspielen.

Wenn Jungschnecken aus der Terarienhaltung in der Natur freigelassen werden, dann kann das schon rein rechnerich der Arterhaltung nicht schaden. Es wird auch behauptet, daß daß diese Tiere weniger widerstandsfähig sind als freilebende und dadurch die Wildpopulation schwächen würden. Nach meiner Einschätzung trifft das nicht zu, denn alle schwachen Jungschnecken verenden schon bevor sie geschlechtsreif sind.

Wie bei fast allen Gesetzen gibt es auch hier Einschränkungen und Ausnahmen. Es ist verboten, Weinbergschnecken in der Natur zu sammeln, weder zu kommerziellen Zwecken, noch zum Verzehr.

Wer eine oder zwei Schnecken von einem Spaziergang mitbringt, um sie zu Hause in seinen Garten in ein Terrarium zu setzen, wird wohl kaum mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Außerdem: wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.

Wie kann man Weinbergschnecken kennzeichnen?

Wer ein persönliches Verhältnis zu seinen Weinbergschnecken im Garten herstellen und deren Verhalten beobachten möchte, muß die Tiere eindeutig und dauerhaft unterscheiden können. Da liegt der Gedanke, das Gehäuse zu markieren sehr nahe. Meist endet der Versuch mit der Entdeckung, daß spätestens im nächsten Frühjahr die Beschriftung nicht mehr leserlich ist.

So ähnlich ist es auch uns ergangen.

Nagellack wurde uns von Experten empfohlen. Das war aber sehr umständlich und hat auch nicht gehalten. Dann probierten wir "Eddig permanent Marker" und "Steadler Lumicolor permanent-Marker". Wir haben die Gehäuse direkt beschriftet und auch Wund-Pflaster sowie Tesa-Textilklebeband" damit beschriftet und auf die Gehäuse geklebt. Als bester Schreibstift hat sich der "Edding permanent marker schwarz" herausgestellt. Jetzt sind wir soweit, daß wir ein Verfahren gefunden haben, das eine zuverlässige Markierung über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr ermöglicht. Es ist kein Patentrezept, sondern eine Kombination diverser Methoden.

1. Wir verwenden Nummern statt Namen, denn die sind kürzer und erlauben ein Gehäuse an zwei bis drei Stellen zu beschriften. Wenn Teile mit der Zeit verschwunden sind, kann man meist eine oder zwei Ziffern noch lesen und die vollständige Zahl aus den Resten rekonstruieren. In kritischen Fällen greifen wir auf unser Digitalfoto-Archiv zurück, in welchem wir nach Schlüsselwörtern suchen können. Auch Reparaturstellen oder andere individuelle Merkmale können zur Identifikation verwendet werden.

2. Die Gehäuse müssen sauber, frei von Schleim und vollkommen trocken sein. Mit Wasser und einer Zahnbürste reinigen, mit Küchenkrepp-Papier trocknen. Weinbergschnecken sind nervenstark und nehmen eine solche Behandlung nicht übel, solange man das alles vorsichtig und mit Gefühl macht.

3. Junge Schnecken sind besonders problematisch, weil die äußere organische braune Schicht (das Periostracum) durch Witterungseinflüsse zerstört wird und regelrecht abblättert. Damit ist die Beschriftung verschwunden. Wir behelfen uns folgendermaßen: Das saubere und trockene Gehäuse wird mit einem Eddig beschriftet. Anschließend werden diese Stellen mit einem ebenfalls beschrifteten Gewebeband (Nr 56341-00010 von Tesa) überklebt. Falls das Klebeband irgendwann abfällt, war die Nummer darunter bis dahin geschützt und bleibt über einen längeren Zeitraum lesbar. Je älter die Tiere sind, umso dauerhafter hält eine Gehäusebeschriftung, und man kann auf das zusätzliche Tesa-Band verzichten

Wie kann eine ausreichende Versorgung mit Kalk sichergestellt werden?

Kalk ist absolut lebensnotwendig für Weinbergschnecken - nicht nur, um das Schneckenhaus zu bauen, sondern auch für den Deckel, mit dem sie das Haus verschließt, bevor sie den Winterschlaf beginnt. Zu viel Kalk im Boden kann es für eine Schnecke wohl kaum geben. Aber wie kann man wissen, ob genügend Kalk zur Verfügung steht? Da eine Bodenanalyse zu aufwendig und teuer ist (und wir kennen auch keine Grenzwerte), kann man grundsätzlich folgendes empfehlen:

1. Sepia-Schalen von TRIXIE-Heimtierbedarf (wie sie in Vogelkäfigen verwendet werden) sind bestens geeignet. Für den Schneckenfreund interessant und erfreulich ist die Möglichkeit, mit Sepia-Schalen den Kalkbedarf der Population ermessen zu können. Einfach im Gelände verteilt liegen lassen, und schon bald wird man Nagespuren feststellen oder auch Schnecken darauf sitzen sehen. Schnecken verfügen über ein für uns kaum vorstellbaren Geschmacks- und Geruchssinn. Sie machen permanent chemische Boden- und Luftanalysen. Unzählige, praktisch über den ganzen Körper verteilte Sensorzellenen liefern die Daten, welche von einem "primitiven" zentralen Nervensystem verarbeitet werden und der Schnecke ein Bild von ihrer Welt liefern

Achtung! In Heimtierbedarfsgeschäften werden meist Sepia-Schalen angeboten, die mit einer Schicht von Vitaminen überzogen sind. Das soll gut sein für die Vögel. Ob es auch für Weinbergschnecken gut ist, wissen wir nicht. Wir haben vorsichtshalber die Vitaminüberzug unter fließendem Wasser abgewaschen. Besser und billiger sind unbehandelte Sepia-Schalen. Nach unserer Erfahrung gibt es die besten, größten und preiswertesten bei www.Futterkonzepte.de (Dieser Link führt direkt auf das Produkt)

2. Leere Schneckengehäuse nicht einsammeln, liegen lassen! Weinbergschnecken und auch Nacktschnecken "tanken" über die Kriechsohle Kalk. Wenn Schneckengehäuse mit hellen Flecken (oft genau in der Form eines Kriechsohlen-Abdrucks) auftauchen, dann ist das ein Anzeichen für eine Art von "Kanibalismus", der bei Kalkmangel praktiziert wird. Auch Nacktschnecken benötigen Kalk für die Schalen ihrer Eier.

3. Wir haben uns bei einem Naturstein-Betrieb einige Säcke voll von dem an den Steinsägen anfallenden Kalkschlamm besorgt. In der Gießkanne mit reichlich Wasser aufschlämmen und damit das Schneckenterrain gießen. Auch Kalksteine (z.B. Jura-Kalk), im Gelände verteilt, sind von Nutzen. Man kann aber auch Eierschalen sammeln, zerkleinern und ausstreuen.

Kann man, darf man Weinbergschnecken im Terrarium halten?

Dazu gibt es nun unsere Extra-Seite “Terrarium”.

Wer noch mehr über Weinbergschnecken erfahren möchte, der sollte sich zunächst das Innhaltsverzeichnis unseres Sachbuches “Snailwatching - Die Entdeckung der Behutsamkeit” anschauen.