Weinbergschneckeneier ausbrüten
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Wegen Umzug können wir seit 2010 keine Schneckeneier mehr liefern. Ersatzweise hier ein Tip, wie man in der Natur fündig werden kann und auch ohne unseren “Schnecken-Inkubator” erfolgreich Schneckenkinder in die Welt setzen Kann:

Wenn Sie die Augen offen halten, können Sie (ab Ende Mai bis Anfang August) in der Natur Schnecken entdecken, die den Kopf in der Erde stecken haben. Das bedeutet, sie sind am Eier legen. Wenn Sie die Stelle markieren und nach 2-3 Tagen feststellen daß die Schneckenmutter über alle Berge ist, dann können Sie vorsichtig (mit einem Löffel) die Eier ausgraben. Anschließend in einem geeigneten Behälter (notfalls ein Gurkenglas, besser eine Fauna-Box) in lockerer, feuchter Erde (z.B. von einem Maulwurfhaufen) eingegraben, werden nach 26 bis 30 Tagen die Schneckenbabys zum Vorschein kommen. Alles Weitere zur Aufzucht u.s.w. finden Sie in unserem Sachbuch “Snailwatching- Die Entdeckung der Behutsamkeit”.

Das eigentliche Wunder der “Schneckenwerdung” spielt sich allerdings für unsere Augen unsichtbar ab, aber mit Hilfe der Vorstellungskraft kann man es, stark vereinfacht, nachvollziehen.

Dazu muß man sich das Ei als eine riesige Kiste mit vielen Millionen  Legobausteinen vorstellen. Schon das Sortiment ist ein Wunder, denn es ist genau auf das Endprodukt hin zusammengesetzt und enthält auch einen dazu passenden Bauplan (DNA, Erbgut). Ebenfalls mitgeliefert sind "Mini-Roboter", die den Bauplan lesen und die benötigten Bausteine in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen. Dazu werden auch ganze Baustein-Gruppen (Moleküle) abgtrennt und an den richtigen Stellen "angeschweißt". Selbst die dazu erforderliche Energie ist im Ei enthalten. Das Ei durchlebt in 25 Tagen eine rasante Verwandlung.

25 Tage, das sind rd. 2 Millionen Sekunden.

Pro Sekunde werden mehr als 100 Bausteine (Atome, Moleküle) zerlegt, bewegt, und punktgenau  zusammengefügt.

Grob betrachtet wird aus dem Kalk der Eierschale das Schneckenhaus,  und aus dem flüssigen Ei-Inhalt der Schneckenkörper hergestellt. All das geschieht vollautomatisch, geräuschlos und ohne Umweltbelastung. 

Wer den für uns sichtbaren Teil dieses Wunders beobachten und den unsichtbaren Teil sich gedanklich vor Augen bringen kann, der wird die Welt in Zukunft mit andereren Augen sehen.

Wenn man dann auch noch bedenkt, daß diese Verwandlung vom Ei in eine Schnecke, eigentlich nur der Zusammenbau von "Hardware-Komponenten" ist, dann wird es noch wesentlich wunderbarer wenn wir uns bewußt machen, daß in dem winzigen Schnecken-Hirn auch Software gespeichert ist. Schon als Schneckenbaby verfügen sie über alles Wissen, was sie fürs Leben brauchen.