Königskind
MogliBaby25k

Im Januar 2004 kam in einem unser Winterquartier-Terrarien ein
Schneckenkönig zur Welt, obwohl keine Schnecke darin ein Ei gelegt hatte.
Irgendwie muß ein einzelnes Ei mit der Erde reingekommen sein, es hat überlebt und ward ein "Königskind". Das Auftreten eines Schneckenkönigs in der Natur ist bereits extrem selten. Daß sich einer aber bei uns zu Hause in ein Terrarium schmuggelt ist doch mehr als unwahrscheinlich.

Karin hat ihn "Mogli" genannt, schon bevor er von uns als König erkannt wurde. Mogli, weil er als Findelkind im Terrarium von "Happy" und "Kasperle" auftauchte und zwar als ein 3mm-Krümel, den Karin nur "zufällig" entdeckte, weil er sich auf einem Efeublatt zur Schau stellte. Happy und Kasperle kommen als Eltern nicht in Frage, denn sie waren noch nicht im fortpflanzungsfähigen Alter. Mogli war so klein, daß er im Terrarium abhandengekommen wäre. So pflegte ich ihn in den ersten 10 Tagen separat in einem Marmeladenglas, bis er groß genug für ein Terrarium war.
Er entwickelte sich aber rasant. Bei der Terra-Pflege hatten wir ihn täglich vor Augen, manchmal auf der Hand. Wie man an obigem Bild sieht, wurde er auch im Babyalter schon fotografiert. All das, ohne zu merken, daß es sich um einen Schneckenkönig handelt.

Erst als er in die Freiheit entlassen werden sollte, fiel Karin auf, daß er an der falschen Seite eine Kotschnur produzierte. Dann schaute sie genauer hin. Wir sind doch keine Laien auf dem Gebiet.Wieso war uns das nicht vorher aufgefallen? Aus irgendwelchen Gründen wollte seine Hoheit die Jugend inkognito verbringen und erst im richtigen Moment sich zu erkennen geben.

So lange waren wir "von Blindheit geschlagen" .

Dann erhielten wir im Februar eine e-mail von einer TV-Produktionsfirma mit der Frage, ob sie für die Sendung "
hundkatzemaus" (VOX) einen sechsminuten-Beitrag von unserem Schnecken-Projekt filmen könnten.
Wir haben zugesagt, obwohl es uns nicht angenehm ist, daß außer den Schnecken auch wir selbst vor die Linse kommen werden.

Die Dreharbeiten fanden Anfang Juni 2004 statt. Der Sendetermin steht derzeit noch nicht fest. Vermutlich ist Mogli der erste Schneckenkönig in der Geschichte, der im TV zu sehen ist.

Wir sehen in den Weinbergschnecken eine ideale Symbolfigur, die durch die Spiralform und ihre Wesensart zum Nachdenken anregt. In besonderer Weise trifft das auf den Schneckenkönig zu. Das Phänomen der Seitenverkehrtheit ist zwar selten aber auch unter anderen Lebewesen vertreten. So auch beim Menschen. Wer das Herz der rechten Seite hat, tägt es nicht unbedingt am “rechten Fleck” und ist darüber oft auch nicht glücklich, denn oft sind diese Menschen auch gesundheitlich beeinträchtigt. Diese auch beim Menschen seltene Anomalie wird auch als Kartagener-Syndrom oder “Situs-Inversus” bezeichnet.